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Yang Sheng im Winter

In der kalten Jahreszeit empfiehlt sich eine Ernährung, die den Körper von innen wärmt und das Verdauungsfeuer – das Magen-Qi – stärkt. Besonders geeignet sind Gemüsearten wie Kürbis, Karotten, Süßkartoffeln und Rüben, die mit ihrer erdenden Qualität Wärme spenden. Gewürze wie Ingwer, Zimt, Kardamom und Knoblauch entfalten eine wohltuende, durchdringende Wärme und unterstützen die Verdauungskraft.

Auch bei den Eiweißquellen lohnt sich ein bewusster Griff zu wärmenden Lebensmitteln: Lamm, Huhn, Eier und Fisch nähren tief und kräftigen die Nierenenergie. Hülsenfrüchte wie schwarze Bohnen und Linsen ergänzen die Mahlzeiten mit Substanz und Stabilität.

Besonders empfehlenswert sind Eintöpfe, kräftige Suppen und Knochenbrühen – sie wärmen nicht nur den Körper, sondern stärken auch die Tiefe der Lebensenergie. Die Zubereitung spielt dabei eine zentrale Rolle: Langsames Garen, Schmoren und Dämpfen bewahren die Wärme und energetische Qualität der Speisen. Kalte Gerichte wie rohe Salate oder eisgekühlte Getränke sollten hingegen gemieden werden, da sie das Verdauungsfeuer schwächen und den Körper zusätzlich auskühlen.

Im Winter sind warme Getränke besonders wohltuend. Ingwertee mit Zimt und Honig wärmt und stärkt das Immunsystem, während roter Datteln-Tee Blut und Qi unterstützt. Ginseng-Tee gibt Energie, Chrysanthemen-Tee hilft bei trockener Haut und Augen. 

Sanfte Übungen wie Tai Chi oder Qigong bringen das Qi in Fluss und erhalten die Beweglichkeit. Spaziergänge bei Sonnenschein stärken Kreislauf und Immunsystem. Intensive Belastungen hingegen können die Nierenenergie schwächen. Sie gilt in der TCM als zentrale Kraftquelle des Lebens (Jing). Besonders wohltuend sind Dehnungen im unteren Rücken, dem energetischen Sitz der Nieren.

Im Winter verlangt der Körper nach mehr Ruhe und Rückzug. Ein früher Schlafbeginn und das Aufstehen mit dem Sonnenlicht unterstützen den natürlichen Rhythmus dieser Jahreszeit. Auch der Schutz vor Kälte spielt eine zentrale Rolle: Besonders der untere Rücken, die Nierenregion und die Füße sollten warmgehalten werden, um die Lebensenergie zu bewahren. Das Schützen von Kopf und Nacken vor kaltem Wind hilft, das Eindringen von äußeren Pathogenen zu verhindern. Wohltuende Kräuterdampfbäder mit Eukalyptus oder Minze unterstützen zusätzlich die Hautpflege und reinigen sanft die Atemwege.

Der Winter lädt zur Einkehr ein – eine Zeit, in der emotionale Pflege und innere Ruhe besonders wertvoll sind. Meditation und Achtsamkeitsübungen können helfen, den Geist (Shen) zu beruhigen und die eigene Mitte zu stärken. Auch die sozialen Aspekte des Winters entfalten ihre besondere Kraft. Gemeinsame Mahlzeiten mit Familie und Freunden schaffen Nähe, stärken Beziehungen und fördern das Wohlbefinden. Rituale und Traditionen schenken dieser Jahreszeit besondere Tiefe – wie das chinesische Dong-Zhi-Fest zur Wintersonnenwende (21.–23. Dezember), bei dem Tang Yuan, süße klebrige Reisbällchen, genossen werden. Sie stehen für Wärme, Verbundenheit und die Hoffnung auf neues Licht.

Rezepturen mit Kräutern wie Rehmannia und Goji-Beeren eignen sich zur Unterstützung der Nierenfunktion. Zusätzlich können Qi-Tonika wie Astragalus das Immunsystem stärken und die körpereigenen Abwehrkräfte fördern.

Yang Sheng lebt von seiner Anpassungsfähigkeit: Die Praktiken sind nicht starr, sondern lassen sich individuell auf die persönlichen Bedürfnisse abstimmen. Schon kleine Schritte können eine spürbare Wirkung entfalten – etwa ein wärmender Tee am Morgen, der den Tag sanft eröffnet, oder eine kurze Dehnübung am Abend, die Körper und Geist zur Ruhe kommen lässt.

TCA-Einsätze als Prävention

Im Rahmen der Präventionsmedizin kommt den TCA eine Schlüsselrolle zu. Viele Kräuter-Rezepturen dienen dabei nicht ausschließlich der Therapie, sondern sind integraler Bestandteil der Gesundheitsvorsorge. 

Ziel ist die Stärkung und Harmonisierung von Jing, Qi und Shen – also Essenz, Energie und Geist. Die Rezepturen von TCA unterstützen Yang Sheng, indem sie gezielt Körperfunktionen stärken, das Gleichgewicht von Yin und Yang fördern und die Selbstregulation des Organismus aktivieren. Sie sind integraler Bestandteil der Lebenspflege und wirken präventiv, harmonisierend und regenerierend. 

Zum Beispiel Yang-tonisierende Rezepturen stärken die Wärmefunktion, den Antrieb und die Vitalität – etwa bei Erschöpfung, Müdigkeit. Yin- und Blut-tonisierende Rezepturen wie Si Wu Tang nähren die Substanz, beruhigen und fördern Regeneration. Harmonisierende Rezepturen wie Xiao Yao San regulieren das Qi, stärken das Blut und helfen bei Stress, Wechseljahresbeschwerden.

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